Montag, 17. August 2009

unsere Kanutour....

soooo schön

Ok, wir waren bereit für unsere mehrtägige Kanutour, nachdem wir unsere Finger wundgeklettert haben beim Bouldering Festival im Ibex Valley... (http://www.yukon-news.com/multimedia/video/14058/)

Am nächsten Tag gings dann auch zur Kanumiete in Haines Junction. Da der berüchtigte Dezadeash mal nicht vom Wind gestreifft wurde, paddelten wir noch am selben Tag um 17 Uhr los. Zu unserem Glück konnten wir ein Moose bei der Seeüberquerung beobachten. Am anderen Ende des Sees fanden wir ein gemütliches unterdachtes Plätzchen zwischen alten Hütten. Nach der regnerischen Nacht überquerten wir zwei weitere wunderschöne Seen, die uns in den Fluss führten. DieFahrt zum nächsten Schlafplatz war traumhaft, von Moorlandschaft, Bergen und Mischwäldern umgeben. So konnten wir uns gemütlich den Fluss runtertreiben lassen. Unzählige Biber und Wildenten sowie Bären- und Moosespuren querten unsere Blicke. Und das Beste war, keine Menschenseele weit und breit! Wir waren wirklich in der Wildnis:-) So, Zmörgele, an Champagne vorbeipaddeln und dann ging es los: Eine Kurve nach der andern mit Steilwänden aus Sand, in denen sich kleine Vögel Nester gebaut haben. Wir haben hunderte von den scheiss weissen Wänden umfahren und konnten sie langsam nicht mehr sehen... Wenigstens sind wir nun geübte Kurvenpaddler:-) Dazu kam noch, dass der Fluss keine Strömung hatte und nirgends ein Schlafplatz in Sicht war, was zu einem 12 stündigen Paddeltag führte. Am nächsten morgen hofften wir auf schnellere Fortbewegung auf der kurvenreichen Strecke. Leider war dies aber nicht der Fall! Zum Glück gab es zwischendurch einige Stromschnellen und dadurch waghalsige Ausweichmanöver von Baumhindernissen. Endlich ein bisschen Action und wir kamen voran. Jawohl, unser Ziel war in Sicht und rückte immer näher. Die 150Km haben wir fast überstanden. Leerer Bauch, lasche Arme und wunde Hintern machten sich nach wiederholtem 10 stündigem Paddeltag bemerkbar. Wir konnten es kaum erwarten aus dem Kanu auszusteigen.

Doch Plötzlich, alles ging so schnell, gerieten wir in eine starke heimtückische Strömung. Wir konnten nicht mehr ausweichen. Die harten Paddelschlägen haben auch nichts mehr genützt. Direkt vor uns ragten dicke Baumstämme aus dem Wasser. Unser Kanu kippte, wir landeten im Fluss und das ganze Material wurde davon geschwemmt. Glücklicherweise konnte Boris einiges retten und auf der anderen Flusseite deponieren. Völlig durchnässt und schockiert kletterten wir die Stämme hoch und kämpften uns durch extrem dichtes Wald- und Sumpfgebiet. (Hallo Mücken!!!) Nach 40 Minuten erreichten wir endlich eine Schotterstrasse, denn wir lauschten vergebens nach Motorengeräuschen. Ein bisschen erleichtert, aus dem Wald und froh keinem bösen Bären begegnet zu sein... das hätte uns noch gefehlt. Schlotternd marschierten wir also in Richtung Dorf, um Hilfe zu holen. Der Weg schien nicht vielbefahren zu sein. Doch wie gerufen tauchte in der Ferne ein Auto auf und brachte uns zu den Kanuvermieter (Wir wären sonst bestimmt noch ca. 2 Stunden marschiert...) Gemeinsam beschlossen wir die Rettungsaktion auf den nächsten Tag zu verlegen, da es doch schon 21 Uhr war. Da unser Autoschlüssel immer noch am Unfallort war und wir somit obdachlos, durften wir bei dieser Familie übernachten.
Am nächsten Tag sah alles schon viel besser aus. Sämtliches Material wurde nämlich wiedergefunden. Tja, das Kanu ist nun unbrauchbar (unvorhergesehene Kosten zu Lasten unseres Reisebudgets – Spenden sind jederzeit willkommen:-)) Aber Hauptsache, uns ist nichts passiert und wir leben noch!!!

Die letzten 2 Tage haben wir mehrheitlich im Auto verbracht. In der Zwischenzeit sind wir ca. 2000Km weiter südlich, in Jasper (Alberta, Kanada). Hier werden wir die Felsen auschecken und die Gegend für mehrere Tage auskundschaften.

Bis bald
Boris & Nicole

Mittwoch, 5. August 2009

Roadtrip Teil I

best pizza ever

Denali Jump


Aufbruchstimmung... Die letzten Tage in Moose Pass haben wir mit Vorbereiten unseres Roadtrips verbracht. Aus heiterem Himmel erschienen jedoch noch zwei Gestalten aus der Schweiz, namens Jahn und Marcel. Wir veranstalteten eine Hot-tub-Moose-Pass-Party direkt vor dem Haus. Einheimische sowie Touristen teilten sich das immer heisser werdende Bad (42 Grad). „Sauber“ und völlig aufgeweicht genossen wir als Krönung eines gemütlichen abends noch eine Schoggibanane:-)

Fischen mit Shaw war am nächsten Tag angesagt! Boris hatte wieder mal Pech – leider kein Lachs :-( Zum Glück hatten wir Shawn dabei, der drei frische Lachse gefangen hat. So hatten wir wenigstens ein Abendessen. Schlussendlich verspeisten wir den leckeren frischen Fisch hungrig um 02 Uhr nachts!!!

Wir konnten es selber kaum fassen, dass es tatsächlich weiter geht:-) Jason und Shawn sind uns echt ans Herz gewachsen... Kurz und schmerzlos verabschiedeten wir uns von den beiden sowie von Moose Pass – unser Roadtrip konnte nun beginnen! Doch zuerst hatten wir noch eine Dusche nötig. Gratis und Franco genossen wir eine entspannende Wellness-Stunde im Spa Resort in Alyeska (es gibt Leute, die bezahlen dafür...).

Unsere erste Nacht im Auto verbrachten wir in der Nähe von Talkeetna,nichts Besonderes, was man von der zweiten Nacht nicht behaupten kann. Nach einem unvergesslichem 2-Tages Trek im Denali State Park (Ermine Hill – Byers Lake, 28Km) fuhren wir nordwärts. Ab Cantwell gings los auf den Denali Highway. Dort genossen wir die köstlliche „Feuer-Pizza“ mit super Berg-Panorama an einem der vielen Seen. Die unbeschreiblich schöne Schotterstrasse führte uns, begleitet von strahlend blauem Himmel mit Sonnenschein, durch die Gegend, welche sich von ihrer schönsten Seite präsentierte. Die Strecke war von endlosen Wäldern,unzähligen Seen sowie Bergketten übersäht.

Bis jetzt fanden wir jeden Tag absolut schöne Schlafplätze auf irgendwelchen abgelegenen Hintersträsschen. Komischerweise war Gordito ständig sehr durstig und trank so viel, sodass wir ihn für ein Check-Up in die Garage in Valdez brachten. Fazit: Der Kühlschlauch hat ein Leck! Kein gravierender Schaden und bei Marks schnell behoben... Zu Gunsten unseres Geldbeutels ist es keine teure Angelegenheit.

Unsere Finger schreien langsam aber sicher nach Kletterwänden! Hier in Alaska sind diese aber kaum zu finden, deshalb geht es nun auf beinahe direktem Weg weiter nach Kanada. In Whitehorse haben wir zuerst noch eine mehrtägige Kanutour auf eigene Faust geplant...

Bis zum nächsten mal!
Boris & Nicole

Dienstag, 28. Juli 2009

Es geht weiter...!

So jetzt wirds Zeit zu gehen...

Seit neustem ist Gordito unser neuer Begleiter für die nächsten drei Monate. Er ist ca. 5 Meter lang, 2.5 Meter breit und braucht sehr viel Nahrung – ein typischer Ami halt! Es war echt ein super Schnäppchen und wir hoffen das er durchhält. Boris hat nun auch ein Bett montiert!!! Zelt, Gaskocher sowie sonstiges Campingmaterial ist auch im Auto verstaut. Also eigentlich sind wir nun abfahrbereit... Ein Bärenspray haben wir uns in der Zwischenzeit nämlich auch besorgt (wäre nur noch gut, wenn man diesen auf die Wanderungen mitnehmen würde, gäll Boris!)

Leider regnete es in den letzten Tagen ziemlich oft und wann, dann den ganzen Tag. So hatten wir wenigstens Zeit, unsere vielen Fotos auszusortieren und den Blog auf dem neusten Stand zu halten. Die Tage verfliegen hier und es ist so schwierig zu sagen wieviel Uhr es ist, denn Dunkelheit gibt es selten und stockfinster wird es hier im Sommer erst gar nicht. Wir leben einfach in den Tag, völlig zeitlos... essen wann wir hungrig sind, so kommt es, dass wir meistens erst um 22 uhr unser Nachtessen verspeisen.

Vor einigen Tagen war Bear-Watching angesagt. Von denen gibt es hier ja massenweise:-) Eine kurze Autofahrt zum Russian River mit unserer super Carozze! Ohne!!! Bärenspray zottelten wir also los zu den Wasserfällen, wo sich angeblich viele Bären aufhalten. Die Fische kämpften sich durch den Strom des Flusses und versuchten die Wasserfälle hinauf zu springen, was auch ein Spektakel ist, da diese Lachse (100e davon) nicht gerade klein sind. Weit und breit war jedoch kein Bär in Sicht. Wir haben die Suche schon fast aufgegeben. Plötzlich tauchte aus dem Nichts ein Schwarzbär auf. Mir blieb für kurze Zeit der Atem stehen und mein Herz begann schneller zu schlagen. Boris begann sich bemerkbar zu machen, so dass sich der Bär schnellstmöglich wieder von uns entfernte. Innert kürzester Zeit stand jedoch gleich ein anderer Grizzly an derselben Stelle (Distanz ca. 15 Meter). Wir haben uns fast in die Hosen ges........ es war echt ein riesen Apparat!!! Achtung, ja keine schnellen Bewegungen, Kamera raus und abknipsen:-) Gemütlich verschwand er flussaufwärts. Zum Glück ohne uns zu beachten. Ok, unser nächstes Ziel war, ihn weiter oben abzufangen... Wir rannten beinahe wieder zurück und nach einigen Minuten entdeckten wir den Grizzly wieder auf der anderen Flusseite beim Fisch fressen. Seine Darbietung beinhaltete das volle Programm: Fisch fressen, scheissen, sich am Baum kratzen, Fische fangen... wir fühlten uns wie im Kino, total spannend – das Highlight des Tages!!!

Zufrieden und fasziniert kehrten wir langsam wieder Richtung heimwärts zurück. Da begegneten wir vielen Fischern und Schaulustigen sowie Familienvätern, die ganz normal anstelle eines Wanderstocks mit einer Pistole, Gewehr oder einer Pump-Gun durch den Wald spazierten. Ein ziemlicher Wiederspruch (gibt es hier noch viele:-), wenn man bedenkt, dass sogar Alkohol in der Öffentlichkeit verboten ist!

In den nächsten Tagen ist der Süden Richtung Kanada unser Ziel. Noch heute abend werden wir von Moose Pass weiterfahren... Fotos folgen spaeter!

tschuess
Nicole & Boris

Donnerstag, 23. Juli 2009

Beautiful Alaska

unser momentanes zuhause - wie schön

Die Vorfreude war gross! Ich war super gespannt auf die angeblich wunderschoene Landschaft mit riesen Waeldern, vielen Gletschern sowie Bergen und Seen.

Es ist einfach der absolute Hammer hier. Die Sonne scheint jeden Tag, sodass wir es wirklich geniessen koennen. Obwohl die Muecken eine sehr grosse Plage sind, halten diese uns nicht vom Wandern ab. Bereits am zweiten Tag ging es los, begleitet von tausenden von Muecken und Fliegen (ich hatte ueber 100 Stiche, als wir zurueck waren). Der 5stuendige Aufstieg hat sich gelohnt, schweissgebadet auf dem Gipfel angekommen, wurden wir mit einem super Panorama belohnt.

Unser momentanes Zuhause liegt in Moose Pass im Wald, ohne fliessendes Wasser sowie Strom. Die Blockhuette von Jason ist genial. Jeden Tag verwoehnen wir uns mit selbstgekochtem Essen... Langweilig ist oder wird es uns hier bestimmt nicht. Entweder schwingen wir uns in die Wanderschuhe, gehen mit dem Kajak auf den See oder relaxen oder geniessen die Sonne beim nichts tun:-) Vor einigen Tagen haben wir den Exit Glacier Trail gemacht. Das Eisfeld war gigantisch und sehr eindrucksvoll.

Bei unseren Wanderungen gehen wir jedes mal wie Irre durch den wild verwachsenen Wald. Wir schreien, pfeifen und singen, egal Hauptsache meoglichst viel Laerm, um uns bei den Baeren anzumelden. Baeranoia - bald gibts ein Baerenspray:-)

mehr folgt spaeter...

Mittwoch, 22. Juli 2009

Willkommen in Amerika!

Willkommen in Amerika!

Nach einigen Stunden erreichten wir Panama, unser Kurzzeitiger Aufenthalt mit Abstecher zum Panamakanal. Es war so heiss in unseren Jeans & Wanderschuhen (hm, unsere Reise-Flug-Bekleidung). Gut, mit Taxi zurueck zum Flughafen, da der Bus einfach nicht kommen wollte.

Endlich in San Francisco - 23.30! Kein Schwein war am Flughafen und der naechste Bus in Richtung Downtown um 0.30. Zudem hatten wir keine Ahnung wohin, denn wie ueblich hatten wir keine Hostel- bzw. Hotelreservation. Planlos stiegen wir also in den Bus... Zum Glueck war der Buschauffer so hilsbereit. Muede pendelten wir also von Hostel zu Hostel, doch alles war ausgebucht - Scheisseeeeeeee! Wir waren langsam am verzweifeln und unsere Nerven waren ziemlich angespannt. Um 3.30 Uhr konnten wir endlich ins Bett kriechen, was uns jedoch noch nicht erlaubte zu schlafen. Der Feueralarm piepste regelmaessig & dies nicht leise! Gut, wieder aufstehen, runter zur Reception, ab auf den Kasten klettern, Batterien raus & endlich war es ruhig. So sind wir innert Sekunden (nachdem wir fast 24h wach waren) eingeschlafen...

Ausgeruht aber doch noch ein bisschen muede schlenderten wir durch die Stadt zum Golden Gate Park, runter zur Beach, Haight Ashbery. Dabei begegneten wir vielen verwirrten und abgefahrenen bzw. hangengebliebenen Freaks, Hippies, Junkies und Obdachlosen. Die Stadt hat viel zu bieten, sie hat uns echt gefallen. Ausser die vielen Hamburger- und Fastfoodstaende. Kein Wunder sind die Leute so dick, wenn ein Salat fast doppelt soviel kostet wie ein Burger mit Pommes und Getraenk.... traurig aber wahr!

Yosemite war unser naechstes Ziel. Wir verliesen die Stadt natuerlich mit einer Fahrt ueber die mit Nebel umwobene Golden Gate Bridge. Der Foetelistop auf dem Rastplatz durfte nicht fehlen:-) Mit unserem Mietauto sowie einem Hitchhiker auf dem Hintersitz fuhren wir ins Yosemite Valley. Die Landschaft im Tal gleicht einem Bilderbuch. Sehr eindrucksvoll und traumhaft schoen. Das Wetter spielte zum Glueck auch mit, sodass wir draussen im Freien neben dem Fluss uebernachten konnten. Als wir am naechsten morgen zurueckkehrten, fanden wir saemtliche Baerenabdruecke auf dem ganzen Auto. Ups, nochmals Glueck gehabt!

Nun konnten wir es kaum erwarten nach Anchorage, Alaska zu fliegen....ab in die Natur!